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Unfall mit Reh

Unfall mit Reh

Wie sich EFT in Akutsituationen anwenden lässt, zeigt folgender Bericht von Judith Uchrin, ATEB EFT-Praktikerin Silber

Unfall mit einem Reh
Ich war zu einer kleinen Feier eingeladen. Um 23 Uhr meinte die Gastgeberin Frau M.: „Komisch, dass meine Tochter noch nicht da ist.“ Sie wurde dann immer unruhiger, um 23.30 Uhr klingelte das Telefon, Frau M. ging ran und war sehr aufgeregt, mehr bekamen wir nicht mit. Nach dem Gespräch kam sie zu uns und bat uns sofort zu gehen, sie muss in Krankenhaus, ihre Tochter hatte einen Autounfall. Es dauerte einige Zeit, bis alle begriffen, dass die Party aus war. Ich fragte sie, ob ich sie begleiten soll. Sie war sehr froh darüber und so fuhren wir (Frau M. + Herr M.) in die Ambulanz. Wir mussten erst mal warten. Ich wandte sofort bei beiden abwechselnd EFT an, sie erlaubten mir, dass ich bei ihnen klopfe.

Beide zitterten, waren sehr nervös und hatten riesengroße Angst um ihre Tochter Liliane (Name geändert). Endlich kam der zuständige Arzt. Er teilte uns mit, dass der Tochter ein Reh ins Auto gelaufen sei, sie war ungefähr mit 100 km unterwegs und hat das Reh nicht gesehen, sie hat das Reh frontal erwischt, das Auto ist Totalschaden. "Sie wird gerade auf innere Verletzungen untersucht, so wie es bis jetzt aussieht, hatte sie riesengroßes Glück, sie ist ansprechbar und sie dürfen gleich zu ihr."
Ich klopfte bei beiden abwechselnd weiter, bis sie wieder klar und ruhig wurden. Liliane musste eine Nacht zur Beobachtung bleiben, sie war nur leicht verletzt. Ich bot der Mutter an, wenn es ihre Tochter will, soll sie mich anrufen und wir bearbeiten mit EFT den Unfall.

3 Tage später fuhr ich zu Liliane. Vom Gurt hatte sie Prellungen, ansonsten ging es ihr körperlich gut, nur die Bilder vom Unfall gingen ihr nicht mehr aus dem Kopf. Sie war sehr klar und ruhig, als sie von dem Unfall sprach. Ich sagte ihr, dass wir den Unfall nicht unbedingt durchsprechen müssen, es gäbe auch andere Möglichkeiten. Sie wollte mir aber davon erzählen. Ich fragte sie, ob sie während wir sprechen an sich klopfen kann, sie bat mich bei ihr zu klopfen, sie kannte EFT noch nicht.

Wir setzten sofort EFT ein. Ich fragte sie, was das erste Bild / Geräusch / Gedanke ist, das ihr hoch kommt, wenn sie an den Unfall denkt. Das Schlimmste für sie war der dumpfe Aufprall aus dem nichts und dass sie nichts mehr sehen konnte (der Airbag hatte sich sofort geöffnet und ihr aufs Gesicht gedrückt). Wir klopften mehrere Runden hierzu (den Knall, die Dunkelheit, aus heiterem Himmel, die Angst), bis sie lächelte und sagte, "Das gibt es doch gar nicht, vorher war der erste Gedanke der Aufprall, der ist jetzt weg, jetzt muss ich an den Moment denken, als ich mit blind weiter fuhr. Ich war so hilflos und hatte riesengroße Angst"
Also klopften wir rund um diesen Aspekt (die Hilflosigkeit, die Angst, das Ausgeliefert sein, die Orientierungslosigkeit). Wir klopften so lange weiter, bis sie keinen Stress mehr dazu empfand. Dann kam aber gleich das nächste Bild hoch, als das Auto zum stehen kam und der Airbag zusammenfiel, war lauter Rauch im Auto. Sie dachte das Auto brennt (sie wusste nicht, dass der Rauch vom Airbag kam) und wollte so schnell wie möglich raus, aber die Tür ließ sich nicht gleich öffnen. Wir klopften jetzt die Angst im Auto gefangen zu sein, den furchtbaren Rauch, die Panik, solange bis der Stress hierzu runterging. Sie musste mehrmals gähnen und die Pupillen verengten sich.

Ich sagte ihr, dass wir jetzt eine Runde einfach nur klopfen und atmen. Bei jedem Punkt sagte ich ihr, durch die Nase einatmen und dann fest durch den Mund ausatmen. Nach dieser Runde merkte ich sichtbar, wie der Stress langsam von ihr abfiel.
Dann fragte ich sie, was jetzt hoch kommt. Wir klopften die ganze Zeit weiter. Sie erzählte mir, dass sie die Tür dann doch aufbekam, aber vor dem Ausstieg das tote Tier lag und dass das sehr viel mit ihr machte. Wir klopften hierzu die Aspekte, zuerst einfach das Gefühl, was es mit ihr machte, bis es leichter wurde, dann den Anblick, dann die Traurigkeit und dann dass sie Schuld am Tod des Tieres ist, solange bis es ihr besser ging.
Hier fügte ich eine Sequenz des Verzeihens mit ein und dass sie das Schicksal des Tieres achtet und es keine böse Absicht war. Der Stress ging gut runter.

Sie erzählte weiter, als sie aus dem Auto draussen war und sich umsah und orientierte, bemerkte sie, dass sie eine Handbreite neben einem Baum zu stehen gekommen ist. Auch das klopften wir noch durch, ebenso ihre schwammigen Knie und die Fahrt ins Krankenhaus, bis sie keinen Stress mehr empfand. Sie war sehr überrascht, wie sicher sie sich jetzt fühlte und dass keine schlimmen Bilder mehr zu dem Unfall da waren.

Zum Abschluss der Sitzung machten wir die Gamutübung. Wir brauchten für die ganze Sitzung ca. eine Stunde.

Anmerkung: Alle Fallberichte dienen allein zu Lehrzwecken und zur Verdeutlichung, wie EFT sich in der Praxis einsetzen lässt.

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